Masse

damit der körper still hielt, mußte eine menge nahrung her, hauptsächlich kohlenhydrate. tagsüber verschlang ich unmengen von butterplätzchen, nußschnecken und streuselkuchen, die ich im lebensmitteldiscounter zwei gassen weiter besorgte und mit stark gesüßtem tee heruntergespült. (…) durch nichts wird eine sitzende lebensweise mehr begünstigt als durch einen schweren, mit sich beschäftigten verdauungstrakt. während fleisch die phantasie entzündet und die körpersäfte unnötig in wallung bringt, wird das gehrin durch die reichliche zufuhr von kohlenhydraten in jenem milden aufmerksamkeitszustand gehalten, der das ziel des passionierten lesens ist.
um den einfluß des körpers zurückzudrängen, muß man schlau sein und ihm geben, wonach er am meisten verlangt: masse.

Dieter Oger in Peter Jacobi „Mein Leben als Buch“

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