Nachtrag zu Jan Gerber, der BRD und ihren Rackets

wie kommt das bedürfnis sich zwischen zwei falschen dingen zu entscheiden und wie kommt es das die bahamas menschen mit eben jenem bedürfnis anzieht, wie auch produziert?
beipsielhaft jan gerbers schlussbemerkung in seinem artikel „aufstand der arschlöcher“ (bahamas52). kein „nie wieder deutschland“ mehr, sondern ein „lieber weiterhin deutschland als der aufstand der arschlöcher“. das eine sei immerhin rechtsstaat, das andere lediglich bandenwesen das unschuldige tante_emma_läden plündert und die autos ihrer sittsamen nachbarn zerstört.
das das nicht die feine englische art ist, sondern ne fiese störung der sprichwörtlichen deutschen totenruhe (und damit mir das keiner unterstellt: natürlich weder revolutionärer art noch in solcher absicht) braucht wohl genausowenig bestritten werden, wie die tatsache, das diese Rackets den Souverän verdrängten um sich selbst -zumindest zeitweise- an seine Stellte zu setzten.
Ob man wirklich dauerhaft die „macht“ übernehmen wollte, bezweifel ich, und so kann man das ganze nun als alternativ sport nach feierabend toll finden, oder es lassen.
wer zeit und muße hat und etwas sucht um sich mal wieder von kreuzberg und seiner multikulti- und „türkischen bevölkerung“ abzugrenzen, kann dann ja noch festhalten, was eh jeder weiss:
das der aufstand irgentwelcher autonomer und stadtteilbewohner nichts mit revolution zu tun hat. abgesehen von einigen restautonomen dürfte dies selbst den meisten besuchern des ersten mais klar sein.
das ganze ist, soweit ich meinen nicht_kommunistischen bekannten aus berlin glauben darf, eher eine spaßveranstaltung auf der man besoffen etwas sport macht, die alternative zu einem am fussballplatz rumbrüllenden uli krug. statt hier die straßen, kehrt man dort später die zuschauer tribüne und statt steine zu schmeißen und tante_emma_läden zu plündern schreit mann rum. beim ersten gehen mehr bürgerliche existenzen drauf, beim zweiten muss man sein bier dafür selber zahlen.
alles halb sowild, auch wenn ein nun in die arbeitermasse integrierter kleinbüger ein trauriges schicksal ist und auch die tatsache das einige autos zu bruch gingen ist was finanz technisch für die betroffenen traurig, mehr aber auch nicht. das ist nicht versuchte konterrevolution (denn nur eine ordnung kann verteidig werden, die tatsächlich angegriffen wird), sondern auswuschs postnazistischen alltags. wer sich daran reibt ist selber schuld.
wer aber meint anfangen zu müssen die postnazistischen verhältnisse der brd gegen die von ihr großgezogenen rackets zu verteidigen, ist nicht nur selber schuld, sondern dem scheint diese gesellschaft schwer auf den kopf gefallen zu sein. der betreit keine kritik mehr oder vertitt ein programm der kategorischen abschaffung, sondern betreibt identitätspolitik und ist auf dem besten weg dazu sich über die vermeintliche kritik des anderen (in diesem fall den autonomen und -wie immer- „muslimischen“ kreuzbergern) sich mit diesen verhältnissen zu identifizieren und sollte am besten reservist werden, dann kann er seine verteidigung gegen terroristen und andere feinde der fdgo auch handgreiflich werden lassen.#

0 Kommentare

Der URI für den TrackBack dieses Eintrags lautet: http://uglyplant.blogsport.de/2007/06/20/nachtrag-zu-jan-gerber-der-brd-und-ihren-rackets/trackback/

Keine Kommentare bis jetzt.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Eintrag.

Kommentar hinterlassen

Leider ist der Kommentarbereich dieses Mal geschlossen.