gleich 2 zitate

Wir waren überrascht von dem bösartigen Tin von Eike Geisel, der sich da so selbstgerecht als moralischer Wachhund unliebsamer Gedanken aufspieltel, und haben uns deshalb darauf beschränkt, in Kurzbeiträgen und Leserbriefen diese, wie wir meinte, sehr deutsche Form der Kritik zu thematisieren. Ein Leserbrief von Wolfgang Pohrt in der Taz hat uns belehrt, daß selbst diese Reaktion von uns eine vergebliche Anstregung war. Seine sprachlich kaum mehr verhüllten Vernichtungswünsche schließen eine argumentative Entgegnung von vornherein aus, und auf Pohrts zwanghaftes Spielen mit denunziatorischen Assoziationen haben wir uns nicht eingelassen.

die sätze stammen von der redaktion der zeitschrift ästhetik und kommunikation und sind von aus dem september 83 (heft 52). neue argumente gegen antideutsche kritik und polemik scheint es also gar nicht so wirklich zu geben. haben also menschen die einem philipp lennart z.b. solche dinge zurecht an den kopf werfen nun recht und sind clever oder wiederholen sie nur beständig alte argumente und finden wie ein blindes huhn auch einmal ein korn. mh.

vorrangegangen sind diesem zitat übringens scheinbar beiträge der einzelnen redaktionsmitglieder zu ihrem wünsch endlich linker deuscher oder linke deutsche sein zu können. das ganze erschien mit anderen artikeln und interviews im heft 51 unter dem thema „deutsche, linke, juden“. genaueres kann ich allerdings noch nicht sagen, heft 51 ist aber schon bestellt und dann wohl mehr

der artikel von eike geisel hieß wohl „familientreffen“ und war in der taz vom 7.7.83. das archiv der taz geht aber nur bis 86 zurück, sollte jemand den artikel haben wäre es super wenn er mir irgentwie ne gescannte kopie oder so schicken könnte…. den leserbrief von pohrt konnte ich auch nicht finden, auch hier freue ich mich über hilfe :)

Ich will noch zwei persönliche Bemerkungen anfügen. Was ich nicht verstehen kann, ist die Sehnsucht nach einer deutschen oder nationalen Identität, die in einigen Beiträgen wahrnehmbar ist. Ich liebe die deutsche Sprache, denke und träume in ihr. Ich verleugne auch nicht meine Herkunft. Aber mit einer deutschen Identität weiß ich nichts anzufangen. Kollektive Identität, ist das nicht Ersatz für fehlende oder mißlungene Ich-Identität?

wilfried gottschalch ebenfalls in Ästhetik und Kommunikation heft 52 zu dem biographischen teil der in heft 51 verfassten beiträge

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