was will die neue deutsche streikbewegung?

will sie den kommunismus? da sind wir uns völlig einig: wohl kaum.
will sie ein gutes leben im kapitalismus? da scheint zwar so unsinnig zu sein das es wahr sein könnte, aber auch das ist unwahr.
will sie zumindest etwas mehr lohn oder weniger überstunden, damit der einzelne mehr zeit und geld zur reproduktion hat? nein, sie will:

wir wollen wieder lust auf arbeit haben, wir wollen wieder lust auf leistung haben. das ist was wir uns für die zukunft wünschen.

so zumindest grade ein streik-führer dessen rede bei der tagesschau gezeigt wurde.
name und genauen wortlaut habe ich online leider noch nicht gefunden; versuche ich allederings nachzuholen.

dafür schonmal:

Es ist nicht vertretbar, daß unser Einkommen dauernd sinkt, während sich die Verwaltungsdirektoren die Taschen vollstopfen

frank ulrich montgomery (vorsitzender der ärztegewerkschaft „marburger bund“)

naja solange die ärzte keine andere sorgen kennen, als das sie von der nation ausgeschlossen werden, also „Vom Halbgott im Weiß zum Depp der Nation“(plakattext) gemacht werden scheint ja alles beim alten.

immer wieder intressant ist es doch zu beobachten, dass wenn deutsche (beamte) streiken sie in der lage sind die befreiende dynamik der streiks – von der anton pannekoek noch sinnvoll sprechen konnte- völlig verloren geht. bleibt die frage: was passiert wenn dieser streik zu einem wilden wird? (wenn das denn möglich ist/wäre).

ist er in der lage seine gewerkschaftskritische und vorallem praktisch staats- und kapitalismuskritische dynamik wieder zu gewinnen, oder enthemmt dies dessen teilnehmer zusätztlich und lässt ‚deren‘ deutschen arbeitswahn und die barbarei, die schon jetzt unter den ansagen der streikenden hervorlucken und zum himmel stinken, der allerdings auf grund einwohnerschwunds auch keine lösung perrat hält, sich zur fallen gewalt entfalten?

das einzige was sich vielleicht noch anmerken lässt ist:

Die ganze neue Geschichte ist ein einziger Tummelplatz von Totgesagtem, weshalb Zuversicht, was in unserer Zeit alles ausgeschlossen sei, stets auf dem Fuße das Staunen folgt, was in unserer Zeit alles möglich ist.

pohrt aufm konkret kongress 93

aber stellt sich die frage der kapitalismus, in streiks und unzufriedenheit, auf daf oder aau(e) zutreiben wirklich, oder wurde die nicht längst schon beantwortet?

wir wollen essen, damit wir arbeiten können und ähnliche krämpfe

omg

via i am a doughnut

was soll man schreiben? entäuschung und bitterer spott über genossen und den zeitgeist

zur zeit gibt es wohl kaum etwas zu berichten:
kapitalismus und deutschland sind immer noch nicht überwunden, die jüdinnen und juden weltweit immer noch bedroht (nicht nur im nahen osten, wie mancher heute vielleicht schon meint), überall wird man mit dem zugeschüttet was sich islam oder islamkritik schümpf, das auch oft ist, aber mit dem islam meist nicht annähernd soviel zu tun hat wie alle beteiligten glauben (selbstmordattentäter und islamistische antisemiten nicht ausgenommen) überschüttet, was mich nur nochlangweilt: denn was wirklich neues zu sagen haben sowieso die wenigsten (ich im übrigen auch nicht, im gegenteil meine kenntnisse sind eher äusserst begrenzt….aber wozu muss ich den koran lesen oder mich mit der geschichte des islam beschäftigen um faschisten zu kritisieren? und ja ich gebe zu: kenntisse über kaiser karl, die bibel und die edda haben mich meiner kritik des nationalsozialismus auch nicht grade beeinflusst.)
an der neuen deutschen wahl, in der rassistischer stereotyp und vermeintliche islamkritik antritt gegen antisemitischen antiimperialismus und feinde eines angeblichen neokolonialismus, werde ich mich nicht beteiligen.
stattdessen wühle ich mich durch einige englischen texte von anton pannekoek und paul mattick und verzieh mich mit depressionen auf die matratze: nichts und niemand verspricht eine lösung des problems, aber sich den mund fusselig zu reden oder sich in hasserfüllte pamphlete zu ergießen bringt auch nichts; das einzige was es bringen würde: ha erraten. kritik. nein, nicht das gestotter das allerorts zu hören ist, und in anbetracht der allgemeinen situation vielleicht die best mögliche ist, ich mein so richtig echte kritik die sich zur krise radikalisiert (danke an die isf für das schöne sprachbild) subversion, revolution: kommunismus machen.

aber ich weiss: heute ist da nichts zu machen, und es ist ja bewiesen das die revolution „schon längst überholt oder nicht mehr aktuell oder utopisch“ ist. übringens: sollten manche besser aufpassen sich nicht zu „beredten Anwälte(n)“ für das „Schlechte in der Welt“ macht, weil man den Zustand gegen den um sich greifenden faschismus in den arabischen ländern, ausspielt dem der letztere sein dasein überhaupt verdankt. nun folgen einige allgemeine tipps:
1)vielleicht sollte man mal wieder dahin kommen kommunistische kritik nicht mehr dazuzu benutzen den liberalismus gegen den faschismus stark zu machen, sondern beide als die scheiße darzustellen die sie sind und den kommunismus in angriff nehmen.

2)wenn pünjer im interview mit der t34 sagte

daß das Festhalten an der liberalen Idee von bürgerlicher Individualität gerade im Sinne der Dialektik der Aufklärung von Horkheimer/Adorno das bisher einzig historisch verbürgte Gegengift gegen kollektiven Zwang ist.

irrt er gewaltig, denn er tut so als sei die bürgerliche gesellschaft nicht schon barbarei. (abgesehen davon natürlich das die bürgerliche individualität selbst auch völlige scheiße ist und vorallem die funktion besitzt dem und der einzelnen vorzugaukeln er oder sie sei nicht völlig austauschbar)

zudem ist es wohl reine projektionzu glauben horkheimer und adorno hätten die bürgerliche gesellschaft und die bürgerliche individualität als verbürgtes gegengift begriffen

Man spricht vom drohenden Rückfall in die Barbarei. Aber er droht nicht, Auschwitz war er; Barbarei besteht fort, solange die Bedingungen, die jenen Rückfall zeitigten, wesentlich fortdauern. Das ist das ganze Grauen. Der gesellschaftliche Druck lastet weiter, trotz aller Unsichtbarkeit der Not heute. Er treibt die Menschen zu dem Unsäglichen, das in Auschwitz nach weltgeschichtlichem Maß kulminierte.

Jetzt preisen die literarischen Gegner der totalitären Gesellschaft den Zustand, dem sie ihr Dasein verdankt, und verleugnen die Theorie, die sein Geheimnis aussprach, als es noch Zeit war.

3)übringens wenn sören sagt man solle ihm nicht mit dem vulgarismus kommen,

daß die bürgerliche Ideologie ja notwendig ihr Gegenteil erzeuge und man deshalb auch antiliberal und antibürgerlich sein müsse.

irrt er auch, zudumm wenn man meint zwischen zwei falschen alternativen wählen zu müssen:meist reicht es kommunistische kritik zu betreiben.

so genug bittere polemik, jaja ich weiss ich bin eigentlich nur irgentwie entäuscht und mich schmerzen diese an- bzw. einsichten mehr als diejenigen gegen die sich diese spitzen richten. aber hey ich bin jung, ich darf das. und jetzt zieh ich mir etwas schokolade rein, dreh ernst busch auf volle lautstärke und lass meinem arbeiterbewegungsfetisch freien lauf.