„ich habe euch nicht vergessen“

simon wiesenthalgrade im radio erfahren: simon wiesenthal ist tot. wiesenthal wurde 1908 im heutigen ukraine geboren und 1941 das erste mal verhaftet. insgesamt überlebte er 13 konzentrationslager bevor er 1945 im konzentrationslager mauthausen von amerikanischen truppen befreit wurde. nach seiner befreiung nahm er seinen beruf, er war architekt, nicht wieder auf sondern gründete ein dokumentationszentrum. er wirkte unteranderem am aufspüren adolf eichmanns mit und wirkte an der aufspürung von 1100, später verurteilten, nazi-kriegsverbrechern mit. 1977 wurde das nach ihm benannte simon wiesenthal center gegründet, das bis heute versucht noch flüchtige und unbekannte nazi-kriegsverbrecher der justiz zuzuführen. zuletzt rief das simon wiesenthal center die operation last chance ins leben. 1982 entging er nur knapp einem bombenattentat von neonazis.

auf die frage eines ehemaligen mithäftlings warum er dies alles tue und nicht weiter als architekt gearbeitet habe antwortete wiesenthal:

Du bist ein religiöser Mensch, Du glaubst an G‘tt und an die nächste Welt. Ich glaube auch. Wenn wir einst in die andere Welt kommen, werden uns die Millionen, die in den Lagern ermordet wurden fragen: „Was habt Ihr in Eurem Leben gemacht?“

Auf diese Frage wird es viele Antworten geben. Du wirst sagen: „Ich wurde Juwelier.“ Ein anderer wird sagen: „Ich habe mir ein schönes Haus eingerichtet“. Ich werde sagen: „Ich habe Euch nicht vergessen“.

heute ist er in wien „friedlich in seinem Haus entschlafen“ teilte marvin hier, der leiter des simon wiesenthal centers in LA, mit.

langeweile und schaumschlägerei

Langeweile und Schaumschlägerei, das ist das Leben. Wir hüpfen ein paar Mal auf, die einen auf Marmor, die anderen auf Mist, dann ist es aus für immer.

Voltaire

…blick in die welt…

„Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realität.“

A. Hitchcock

…von morgends bis abends arbeiten…

Heute ist ja nichts normaler, als Leute von morgends bis abends arbeitens zu sehen, bis sie dann entscheiden, beim Kartenspiel, im Café und mir Geschwätz die Zeit zu vergeuden, die ihnen zum Leben bleibt.

albert camus „die pest“

…der mir so tief verhaßt…

reichsadler

zu aachen, auf dem posthausschild,
sah ich den vogel wieder,
der mir so tief verhaßt, voll gift
schaute er auf mich nieder

du häßlicher vogel, wirst du einst
mir in die hände fallen
so rupf ich dir die federn aus
und hacke dir ab die krallen.

du sollst mir dann, in luft‘ger höh,
auf einer stange sitzen,
und ich rufe zum lustigen schießen herbei
die rheinischen vogel schützen.

h.heine „deutschland ein Wintermärchen“ caput III