>>from hitler youth to papa razzi<<

nachdem am sonntag ratzinger in einer stellungnahme israel nicht als terroropfer genannt wurde, obwohl ein selbstmordattentäter am 12.juli 5 menschen in netanja ermordete, begründet nun joaquin navarro-valls, chef des presseamtes des vatikan, diese bewusste auslassung.

Es ist aus mehreren Gründen nicht immer möglich, jedem Angriff auf Israel eine öffentliche Verurteilung folgen zu lassen, darunter die Tatsache, dass diesen Angriffen manchmal sofortige israelische Reaktionen folgen, die nicht immer mit dem internationalen Recht vereinbar sind. Es ist daher unmöglich, das erste zu verurteilen und das zweite stillschweigend zu übergehen

so ist das. und „der vatikan spricht in fragen internationaler diplomatie als heiliger stuhl und damit als subjekt des völkerrechts“ [ard]. wirklich intressant, ‚gottlob‘ is das völkerrecht, mangels souverän, völlige fiktion ist und -entgegen dem eigenen wunschtraum- auch der vatikan keinesfalls dessen subjekt. auch wenn ratzinger keinen wechsel in seiner politik gegenüber den juden anstreb, wie navarro-valls betont, ist es doch zuminest intressant das ratzinger, dessen volk die europäischen juden nazu vollständig vernichteten und der völlig völkerrechtskonform mitglied der hitler jugend, flakhelfer, panzerminenleger war, nun mord an den juden nicht verurteilen möchte. das argument ist billig: die juden sind genausoschlecht wie die die sie terrorisieren. das israel wie jeder bürgerliche souverän reagiert wenn dieser seine eigene existenz und das überleben seiner bevölkerung bedroht sieht und das recht, zwecks selbsterhalt, überschreitet übersieht er genausogern wie die tatsache das ohne eine überschreitung des rechts ein staat israel heute nicht mehr existieren würde. vernunft sei dank hat ratzinger nichts zu melden und die ihn liebenden deutschen teilen seine meinung eh mehrheitlich.

artikel bei hagalil

…kritik kann nur zeitlich sein…

der standpunkt der kritik kann kein räumlicher sein: es kann nicht das vaterland aller werktätigen sein, es kann nicht ein anderer (deutscher) staat sein, es kann nicht die 3. welt oder die armut dort sein. der standpunkt der kritik kann nur zeitlich sein, bezogen auf die immanenz der kapitalistischen entwicklung.

postone in „die deutsche linke muss anerkennen nunmehr opposition in einergroßmacht zu sein“

…ein bedürfnis zur normalität…

20. in deutschland ist das thema antisemitismus untrennbar mit dem der ‚normalität‘ verbunden. in den letzten jahren wurde en bedürfnis, zur ‚normalität‘ zurückzukehren, auf verschiedene weise über das ganze politische spektrum hinweg zum ausdruck gebracht. dieses bedürfnis rührt zum teil von den veränderten weltweitenmacht machtverhältnissen her.
auf seiten der sozialdemokraten hat es sich zum beispiel in dem zunehmenden verlangen geäußert, das westdeutschland gegenüber osteuropa und der sowjetunion politisch und ökonomisch mit voller souveränität agieren könne.
unter der kohl-regierung wird das bedürfnis, die nachkriegsperiode endlich zu beenden, auf andere art zum ausdruck gebracht, als wunsch nähmlich nach einer aussöhnung mit der deutschen vergangenheit. ein beispiel dieser veränderung bildet das neue, vom bundestag verabschiedete gesetzt, das unter strafe stellt, in leichtfertiger weise vom holocaust oder der vertreibung der deutschen aus dem osten in den jahren 1944/45 zu sprechen; mit anderen worten ein gesetz, das die leiden der deutschen mit denen der juden gleichsetzt und damit die historische bilanz reinzuwaschen versucht. ein anderes beispiel stellt die verleihung des goethepresies der stadt frankfurt durch den christdemokratischen bürgermeister an ernst jünger dar. am stärksten schleißlich sticht kohls gleichsetzung des ersten und zweiten weltkreigs hervor, die sich in seinem beharren darauf ausdrückte, daß präsident reagan in bitburg in einer geste der versöhnung seine hand halten solle, wie es schon mitterand in verdun getan hatte. die gleichsetzung dieser beiden kriege sollte natürlich implizierenm daß bis auf eine margianle ausnahme (also den holocaust) der zweite weltkrieg, wie er von nazi-deutschland geführt wurde, ein krieg war wie jeder andere auch. sie impliziert, daß die deutschen sich mit ihrer vergangenheit weder konfrontieren noch sie überwinden müßten, noch das sie sie weiterhin verstecken müßten. innerhalb gewisser grenzen, wurde bedeutet, konnte die eigene vergangenheit nun affirmtiv angenommen werden.

postone in „thesen zu fassbinder, antisemitismus und deutschland“

…mit der überzeugenden Kraft des Negativen.

Mit anderen Worten, Freiheit ist selbst für die freiesten der bestehenden Gesellschaft erst noch herzustellen. Und die Richtung, in der sie gesucht werden muß, und die institutionellen und kulturellen Veränderungen, die dazu beitragen können, dieses Ziel zu erreichen, sind -zuminest in der entwickelten Zivilisation- begreiflich, das heißt, sie lassen sich identifizieren und entwerfen auf der Basis der Erfahrung, durch Vernunft.
Im Wechselspiel von Theorie und Praxis werden wahre und falsche Lösungen unterscheidbar – niemals im Sinne einer beweisbaren Notwendigkeit, niemals als Positive, sondern nur mit der Gewißheit einer durchdachten und vernünftigen Chance und mit der überzeugenden Kraft des Negativen.

marcuse in „repressive Toleranz“

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